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Im Dunkeln der Nacht...

...nähern sich zwei ungleiche Gestalten der hell erleuchteten Villa von Hartar, dem Reichen. Um sie herum liegen die leicht ungepflegten Häuser der Stadt im warmen, sommerlichen Schlaf. Kritisch mustert der untersetzte Zwerg, in dessen silberner Maske sich das Mondlicht spiegelt, die hohe Mauer, die das Grundstück umsäumt und die drei schwerbewaffneten Männer vor dem massiven Tor. Leise schallt Musik und Gelächter vom Haus herüber.

"Nun denn, ich hoffe, Deine kleinen Zaubertricks funktionieren, Zauberer." Hume mustert die dürre Gestalt des Zauberers, die ihn um mehr als 40 cm überragt. Ein leicht verächtliches Lächeln spielt um die Lippen von Sardo Kosmarikos, er antwortet dem Zwerg nicht. Nur seine langen, spitzen Ohren, Hinweise auf seine elfische Abstammung, spielen aufmerksam im Wind.

Schließlich fordert er Hume auf: "Dann wollen wir mal. Aber bleibe auf jeden Fall ruhig und fang nicht an, wie ein Berserker zu wüten. Ich habe schon alles im Griff, klar?" Die kräftige Gestalt neben ihm knurrt leise wegen der Zurechtweisung, fasst den Griff seiner gewaltigen Axt fester und setzt sich in Richtung Tor in Bewegung. Eine schnelle Handbewegung des Elfen verwandelt die Waffe des Zwerges in einen gigantischen Blumenstrauß, wenige Meter bevor sie aus dem Dunkeln heraus auf die Wachen zutreten. "Was ist Euer Begehren?" werden sie von dem Anführer der Wachen angerufen. Sardo schaut dem Anführer tief in die Augen: "Wir wollen zu Eurem Herrn, ihm zu seinem Geburtstag gratulieren. Ihr könnt uns hereinlassen, Du kennst uns, wir sind Freunde." "Es ist in Ordnung. Wir können sie hereinlassen, ich kenne sie, sie sind Freunde unseres Herrn." fordert der Anführer seine beide Soldaten auf. "Und das?" Eine der beiden Wachen deutet auf die riesigen Blumen des Zwerges. Sardo sieht, wie sich das Gesicht des Zwerges vor Spannung verzerrt. Schnell sagt er: "Nur ein Präsent für Hartar, wie es sich für Besucher geziemt." Mit leicht monotoner Stimme wiederholt der Anführer: "Es ist in Ordnung, wir können sie hereinlassen."

Sardo und Hume atmen auf, als sie endlich im Garten sind und sich die festen Tore wieder hinter ihnen schließen. Um sie herum blüht eine verwirrende Vielzahl von unbekannten Blumen und umgarnt sie mit milden, süßen Gerüchen. Sie folgen dem mit Kies ausgelegtem Weg und nähern sich mit leise knirschenden Schritten dem Haus. Musik und Stimmengewirr werden lauter, vor ihnen weichen die Büsche und Blumen auf einmal zurück und sie blicken auf die weite, mit weißem Marmor ausgekleidete und von vielen Lampen beleuchtete Terrasse der Villa.

Unbemerkt mustern beide die fast unwirkliche Szenerie: Inmitten einer paradiesischen Landschaft aus Blumen und Blättern funkelt ein türkisblauer Teich wie auf einem weißen Tablett. Eine große Zahl von prunkvoll gekleideten Gästen, von denen ab und zu ein Glitzern ausgeht, befindet sich im Garten und unterhält sich. Ein spärlich bekleidetes, schwarzhaariges Mädchen tanzt ekstatisch zu den schmeichelnden Klängen der Musik, während ein leicht angesetzter Mann ihr von seinem erhöhten Platz auf der anderen Seite des Teiches zuschaut.

"Hartar!" stößt Hume hervor. "Da sitzt der Affe und lässt sich bewundern und angaffen. Dem werden wir es geben!" "Langsam, Freund. Sonst könnte Dein Triumph von kurzer Dauer sein. Ich schätze, Hartar ist von uns nur 30 Meter entfernt, keine Entfernung also für einen netten Spruch im Notfall. Du bleibst hier und deckst unsern Rückzug, ich werde T'Pau jetzt das Zeichen geben, die beiden Wachen auszuschalten. Alles klar?" Hume nickt nur finster. "Hey, und was ist mit meiner Axt?" Der Elf grinst, berührt den Blumenstrauß und Hume fühlt wieder die beruhigende Schwere der Waffe. Der Zwerg sieht, wie die Züge der Tänzerin sich anspannen, Zeichen dafür, dass sie Sardos unhörbares Signal empfangen hat. Unmerklich tanzt sie auf den erhöhten Sitz des Hausherren zu, während dessen Blicke und die der beiden Wachen zu seinen Füßen gebannt auf ihr ruhen.

Sardo tritt ins Licht des Festes und alle Blicke wenden sich dem Neuankömmling zu. Hartar erkennt den Elfen sofort, doch bevor er einen Laut herausbringt, setzt die tanzende T'Pau mit zwei gezielten Fußtritten die beiden Wächter außer Gefecht. Die Gäste kreischen auf und wollen flüchten, doch ein Blick auf den aus dem Dunkeln hervortretenden Zwerg mit seiner grimmigen Miene lässt sie innehalten.

"Entschuldigt die Störung, Meister Hartar, wir wollen Euer Fest nicht lange stören. Gebt uns nur, was unser ist, und wir werden Euch verlassen." begrüßt Sardo den Hausherren. Ohne ein Wort greift dieser leicht geistesabwesend in die Brusttasche seines goldenen Gewandes. "Fünf Jahre haben wir Euch gesucht in ganz Kamahn, um uns zu holen, was Ihr uns aus dem Nachlass von Gorf, dem Zauberer, vorenthalten habt. Ihr müsst uns einen gewissen Triumph zugestehen." lächelt der Elf. Derweil zückt der Reiche mit einem arroganten Grinsen aus seinem Gewand ein kleines vergammeltes Büchlein, bei dem deutlich ein erbrochenes Siegel zu erkennen ist.

"Oh nein!" stöhnt Sardo überrascht, "Er hat den Schutzzauber des Buches ausgeschaltet. Er KENNT die Zauber!" Triumphierend springt Hartar auf seinem Hochsitz auf und unhörbar und unsichtbar beginnt ein Zauberduell der beiden Zauberkundigen, die mit Gesten und leisem Murmeln sich tödliche Zauber zuwerfen. Gleichzeitig kündigt lautes Waffengeklirre vom Haus und vom Tor an, dass die Wachen gerufen wurden. T'Pau sprintet quer über die Terrasse an den panischen Gästen vorbei zu Hume, mit dem sie in einem geheimnisvollen Ritual in Blutsbrüderschaft verbunden ist. Auf der Stirn des Zauberers zeigen sich schwere Schweißperlen, verkrampft starrt er auf den hoch aufgerichteten Hartar, beide gestikulieren wie wild. Gemeinsam stellen sich Hume und T'Pau Rücken an Rücken vor Kosmarikos, um dem Ansturm der Wachen standzuhalten. Drohend schwingt der Zwerg seine riesige Axt mit beiden Händen, während das schlanke Mädchen sich die störenden Tücher vom Gesicht reißt…

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letzte Änderung: Kodusch der 1ten Woche im Daschdar des Jahres 4003 [10.1.4003] (Freitag, den 3 März 2006) - Holgi